Strecke: E 4
gefahrene km ca.: 77 (Hin- und Rücktour)

Strecke: E 4 + A 19 und A 24
gefahrene km ca.: 361 + 219

Dieser Bericht beginnt mal mitten in der Nacht…

Ich wurde im Zelt geweckt durch ein Rascheln unter dem kleinen Vordach unseres Zeltes. Dort stand die Tasche mit den Geschirrsachen UND der verpackten Lebensmittel. Das Rascheln war ziemlich laut und hörte gar nicht auf. Ich weckte meinen Mann. Er solle doch mal gucken, wer da ist. Nachdem nach gefühlten 10 Minuten endlich die Zelt“tür“ geöffnet war hörte ich nur: AUAAA!!! Ich fragte was los sei und er war so erfreut über unseren Besucher, dass er laut fröhlich losschrie: EIN IGEL!!!!!! HIER IST EIN IIIIIIIGEL! AUUUAAAA. Ich zischte ihn dann an leiser zu sein, das wir ja in einem ZELT sind !!!
Immer noch voller Freude über den Igel versuchte er den stachligen Kumpel beiseite zu schieben. Der schien aber schier überwältigt zu sein von dem Duft aus der Tasche …so hörte ich nur immer: DER PIEKT SO! AUA! GEH MAL WEG DA !
Irgendwann schien mein Mann gewonnen zu haben und wir konnten weiterschlafen.

Morgens nach dem Frühstück war dann plötzlich die Sonne weg. Unsere Nachbarn aus Nyköping verabschiedeten sich, dass sie abreisen werden. Wir waren ja mittlerweile total eingebaut von Wohnmobilen und Wohnwagen. Wieder einmal war ich dankbar für die großzügigen Stellplätze dort.

Wir beschlossen nach Jönköping zu fahren zu einem Stoffladen und einem großen ICA um dort unsere Einkaufsliste und die unserer daheimgebliebenen Tochter abzuarbeiten.

In Jönköping steuerten wir zuerst einen tollen Stoffladen in der Einkaufsstraße an. Dann wollte mein Mann mir noch was eisenbahntechnisches zeigen und anschließend waren wir in diesem wirklich irre großen ICA. Voll beladen fuhren wir noch zu einem Systembolaget um noch ein Erinnerungsbier für zu Hause zu kaufen.

Nun wieder zurück zum Zeltplatz… Wir dachten wir gucken nicht richtig! Um uns herum waren alle Wohnmobile und Wohnwagen weg! Einfach weg! Unser Zelt wehte einsam im Wind. Jaaaaa es wehte !!!  Woher kam der Wind und warum war es so kalt und dunkel?

Auf der anderen Seite war plötzlich ein Monster-Zelt aufgebaut. So ein Zelt mit mehreren Seitenarmen und irre groß. Auch das flatterte vor sich hin…
Mich machte dann schon stutzig, dass die Anderen alle abgereist waren. Also guckte ich mal auf den Wetterbericht. Ups… Regen kündigte sich an. Und zwar für mehrere Tage.

Wir krabbelten also in unser Zelt und lasen. Es war ziemlich kühl geworden und unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Unser Essen mussten wir im Zelt einnehmen. Bei unserer Zeltgröße nicht wirklich komfortabel.
Wieder rein in den Schlafsack und weiterlesen. Aber der Gedanke an den Regen ließ mir keine Ruhe. So wollte ich eigentlich nicht noch 2 Tage verbringen. Die Fähre sollte ja in der Nacht von Freitag zu Samstag Nacht gehen. Und es war erst Mittwoch.
Ich fragte dann meinen Mann ob wir nicht ein Flexiticket hätten und umbuchen könnten. Von der benachbarten Luftmatratze kam ein scheinbar erleichtertes Jaaaaaaa. 2 Tage eher als geplant.

Also Laptop an, W-Lan gestartet und umgebucht. Irgendwie schon lustig… ich kenne noch Zelten OHNE WLand und OHNE Handy – irgendwo in der Pampa. Irgendwie musste ich schmunzeln als ich uns so sah… jeder einen Laptop dabei und natürlich die Handys und so waren im Zelt dabei die schnellste Verbindung Richtung Berlin zu finden.
Die Fähre von Trelleborg am gleichen Abend würden wir auf keinen Fall mehr schaffen. Also die Nächste geht dann morgens um 7:00 Uhr. Die schaffen wir. Nuuuur, war da nicht noch was mit den Schrankenschließzeiten vorne am Campingplatz?
Also stiefelten wir zur Rezeption und fragten. Die Schranke ist von abends 22 Uhr bis morgens um 6:00 Uhr geschlossen. 6:00 Uhr müssen wir aber schon zum Einschiffen am Fährterminal sein. Also hieß das, dass wir vor 22 Uhr vom Campingplatz sein müssen. OH! Dann aber Gas geben.
Wir bekamen noch einen Checking-Out Umschlag für die Schlüssel, den wir dann bei Abfahrt noch den Kasten an der Schranke werfen sollten.

Wir leerten, rollten, wickelten und packten wie die Irren und befüllten Eckarhardt. Es regnete zwischendurch immer mal wieder. Aber als wir das Zelt einrollten, regnete es glücklicherweise nicht.

Um 20 Minuten vor 22 Uhr rollten wir dann durch die Schranke. Geschafft. Unterwegs hielten wir noch an einem Max um nochmals die weltbesten Burger zu essen.

Gegen 1 Uhr stellten wir uns dann an den bereits gut besuchten Fährterminal für Stena Line an und schliefen noch.

Etwas irritiert waren wir über diesen Transporter… Aber es ist scheinbar ein ganz normales Logistik Unternehmen. „Toten Transport“ kommt auf Deutsch eben komisch an… 🙂

In etwa gegen halb sechs klopfte dann ein Mitarbeiter der Fährgesellschaft an die Scheiben der Autos um mitzuteilen, dass es losgeht mit Einschiffen.

Wir suchten uns wieder die bequemen Lounge-Sessel um noch ein wenig zu dösen.
Hinter uns nahm ein sehr seltsames Paar Platz. Sie: Aufgebrezelt wie Grace Kelly und ER mehr der „normale“ Mann, der sie scheinbar anhimmelte. Sie unterhielten sich auffällig laut auf Englisch, Deutsch und Schwedisch. Wobei Deutsch immer noch so klang, als könnten sie Beide die Sprache. Englisch und Schwedisch eher holprig. Was zogen DIE denn für einen Show ab? Sie maulte rum, dass die Sandwiches nicht nach ihrem Geschmack waren und dass es kalt sei und dass der Kaffee nicht gut sei usw. Und er himmelte sie an und rannte um ihre Wünsche zu erfüllen. Seeehr eigenartiges Paar. Sie gingen dann irgendwann weg und wir sahen sie beim Einsteigen in die Autos, wo sie ganz in der Nähe standen und wunderten uns noch über das Kennzeichen welches aus der Nähe von Berlin war und dass SIE die Fahrerin war. Das machte die ganze Sachen noch eigenartiger…

Wir waren trotz des sensationellen Urlaubs froh wieder Richtung Heimat zu fahren und unsere Katzen knuddeln zu können.

Kaum auf der Autobahn mussten wir feststellen – JAAAA, wir sind wieder in Deutschland. Agressive Autofahrer ! Etwas, was wir im ganzen Urlaub – egal ob Finnland, Norwegen oder Schweden – nicht erlebt haben.

Aber dann: Sie haben Ihr Ziel erreicht! ZU HAUSE !!!