Verreist und zugenäht

Aus der Welt von Sandra Sommerlaune

Minou – die Griechin zieht ein

TzaZICKI

Im April 2020 mussten wir ja leider meine Herzenskatze nach kurzer und heftiger Krankheit gehen lassen.
Zimba vermisste seine Sasha so sehr und wir beschlossen dann irgenwann, dass wir wieder um ein Mädchen ergänzen wollen. Niemals würde Sasha ersetzt werden, aber ein Mädchen für Zimba sollte es wieder werden.
Wir beschlossen, dass es diesmal keine Zuchtkatze werden soll und wir einer Miez aus der Tierrettung ein zu Hause geben wollten.

Bedingt durch Corona waren die Auflagen für das Berliner Tierheim sehr hoch und kompliziert. Also guckte ich mich mal bei Tierhilfe-Vereinen in der Umgebung um.
Bei „Ein Freund fürs Leben e.V.“ sah ich dann eine Miez, die mir sehr gefielt. Mein Mann fand sie auch gleich gut und somit bewarben wir uns. Nach dem Absenden der Mail hofften wir, dass sich bald Jemand meldet. Es kam dann auch recht schnell eine Mail mit einem ausführlichen Fragebogen, den wir dann wieder zurückschickten. Ich fand die fragen sehr gut und es wurde ausführlich abgefragt, ob man sowohl über die passende Wohnungsgröße als auch über die finanziellen Mittel verfügt, um der Miez ein gutes Leben mit ärztlichter Betreuung und gutem Futter zu geben.
Es kündigte sich dann ein persönlicher Besuch an um zu gucken, ob die Miez es tatsächlich gut haben würde.
Erst dann bekamen wir Bescheid, dass die Ampel auf GRÜN steht für den Einzug.

Ach ja, einen kleinen Haken hatte die Sache. Die Miez namens Minu lebte noch bei einer Betreuerin in Griechenland und wir müssten auf einen Flugpaten warten. Aufgrund von Corona gab es aber so gut wie keine Flüge… Wir wurden gefragt, welche Flughäfen für uns in Ordnung wären zur Abholung. Wir gaben Hamburg, Leipzig und Hannover  als Abhol-Flughafen an.

Eines Tages bekam ich einen Anruf, den ich nicht annehmen konnte, weil ich auf Arbeit war. Es war ein Donnerstag ! Ich rief so gegen 16:30 Uhr zurück. Es war H. vom Tierschutz, die meinte, dass sie einen Flugpaten hätten – für MORGEN !!! Innerer Jubel ! Es gäbe da nur ein Problem. Der Abholflughafen wäre Frankfurt am Main und das um 10:30 Uhr … ARGHHHHHH

Als ich zu Hause war, erzählte ich das gleich ganz aufgeregt meinem Mann. Er sagte, dass es ansich ok wäre, NUR, dass wir morgen schon einen 2. verschobenen Termin zur Installation der Deckenrauchmelder hätten. Er versuchte dort anzurufen. Dort war allerdings auch schon Feierabend. Also sagte er den Termin für den nächsten Tag per Mail ab und wir konnten Bescheid geben, dass die Miez abgeholt werden kann. Da mein Mann wegen der Rauchmelder sowieso schon freigenommen hatte, war DAS Thema also auch schon geklärt.
Um 02:30 Uhr klingelte der Wecker. Ich bekam immer wieder via Whatsapp Infos. Inklusive der Meldung, dass der Flieger aus Athen gelandet sei. Ich bekam ein 1. Foto und freute mich schon total.

Natürlich ging nicht alles glatt. Auf der Autobahn bei Cottbus gab es einen Stau, wo sich kein Rad mehr drehte – und das für mehr als 1 Stunde. Hinzu kam, dass die arme Miez vor Aufregung leider Durchfall bekommen hatte. Ich hatte zwar Austauschhandtücher mitgegeben. Aber mit Stau PLUS Durchfall hatte ich nicht gerechnet. Es waren draußen fast 40 Grad und im Stau kann ja auch die Klimaanlage nicht laufen. Die Miez hechelte und war fix und alle. Irgendwann ging es dann weiter und zu Hause angekommen reinigte mein Mann erstmal die Maus.

Als ich dann von der Arbeit nach Hause kam, war dort eine wunderschöne Miez in meinem Nähzimmer. Dort war sie ersteinmal einquartiert – separiert von den Anderen – um ihr die nötige Ruhe zu geben. Dort hatte sie Futter, einen Brunnen und ein Klo stehen.
Sie schmiegte sich gleich an mich und schnurrte…

Die Kater wollten natürlich sehen, wer dort in dem Zimmer ist und lauerten immer davor. Nach 2 Tagen fingen wir an, die Tür zu öffnen. Sie knurrte und fauchte die Herren an und Niemand durfte sich ihr nähern… Das ging lange so und war sehr anstrengend. Um es abzukürzen: Es dauerte ewig, bis sich Zimba und zebulon nähern durften und akzeptiert wurden und es dauert bis heute (Nov. 2020), dass es täglich Streit mit Ayrik gibt. Es ist zwar auch schon ruhiger geworden, aber die 2 haben ein Problem miteinander, was es noch zu lösen gilt.
Ansonsten ist sie mittlerweile sehr gut integriert, hat ihren Napf in der Küche bei den Herren und ist meeeega verspielt. Und zickig… daher hatte sie auch den Namen TzaZICKI bekommen. Sie kratzt und beißt und mein rechter Arm sieht bis zum Ellenbogen aus, als wäre ich in eine Dornenhecke gefallen. Sie ist aber auch sehr schmusig und möchte auch bekuschelt werden – so lange bis sie genug hat. Und Spielen… sie könnte den ganzen Tag spielen. Verstecken und Fangen und Jagen.

Minu wurde namenstechnisch von uns in Minou gewandelt. Und sie ist eine wundervolle Ergänzung der Familie geworden.

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